Gedanken zur Wochenmitte 33; 22.07.26
Die Zerstörung von Lalbagh kommt einem Umweltverbrechen gleich.
Von Malini Shankar
Das von der Regierung Karnatakas geplante Tunnelstraßenprojekt in Bangalore sieht vor, Flächen des Stadtwalds Lalbagh aus dem Schutzstatus zu entlassen und zu enteignen. Ziel ist eine nahtlose Straßenverbindung von Hebbal im Norden Bangalores bis zum Silk Board Junction im Südosten der „Gartenstadt“ sowie nach K. R. Puram im Nordosten.
Einem Medienbericht zufolge soll die Infrastrukturinitiative im Wert von 17.000 Crore Rupien (170 Milliarden Rupien) die Hauptverkehrsadern der Stadt durch einen weitläufigen unterirdischen Korridor entlasten. Der Vorschlag sieht Tunnel mit einer Gesamtlänge von rund 35 km vor, die wichtige Knotenpunkte wie Hebbal, K. R. Puram und das Central Silk Board miteinander verbinden; dies soll eine kreuzungsfreie Hochgeschwindigkeitsverbindung schaffen und den Verkehr auf den oberirdischen Straßen reduzieren.
Das Problem liegt nicht in einem unzureichenden Straßennetz. Das Problem liegt in der Vielzahl an Autos und im Individualverkehr. Welchen Sinn hat es, wenn eine einzelne Person drei bis fünf Autos besitzt? Es gibt weder genügend Parkraum noch ausreichend Platz für die Bewegung dieser Fahrzeuge.
Bangalore hat zweifellos mit kaum zu bewältigenden Verkehrsproblemen zu kämpfen. Leider mangelt es an der richtigen Planung. Es stehen verschiedene öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung, um die Mobilität der Bürger zu gewährleisten. Der Besitz von fünf bis sechs Autos pro Kopf löst das Verkehrsproblem jedoch nicht. Hochstraßen, Ringstraßen, speziell angelegte Hauptverkehrsstraßen, wechselnde Fahrverbote (nach geraden/ungeraden Kennzeichen), mehr Verkehrspolizisten, besseres Verkehrsmanagement – nichts davon hilft wirklich.
Geschützte Grünflächen – die „Lungen“ der Stadt – zu opfern, um mehr Raum für ein nicht nachhaltiges Verkehrsaufkommen zu schaffen, bedeutet, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen. Gibt es für die Verschwendung öffentlicher Gelder in Höhe von 17.000 Crore Rupien für den Tunnelbau nicht nachhaltigere Alternativen? Zum Stichtag 30.06.2026 gab es in Bangalore schätzungsweise 2,52 Millionen Autos. „Allein im Juni kamen 13.519 neue Privatwagen auf die Straßen der Stadt. Zudem sind in ganz Bengaluru fast 300.000 Taxis (mit gelben Nummernschildern) im Einsatz.“ Das ist nicht nachhaltig. Ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr ist die einzige Lösung. Individualverkehr lässt sich allenfalls für gebrechliche, kranke oder körperlich beeinträchtigte Menschen rechtfertigen. Anbindung der „letzten Meile“
Eine Stichprobe würde zeigen, wie viele junge Menschen aus ländlichen Gebieten Karnatakas und darüber hinaus nach Bangalore abgewandert sind. Da sie keine gesicherte Existenzgrundlage fanden, nahmen sie Kredite auf, um Autos zu kaufen und diese als Taxis zu betreiben und so ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wie vielen Millionen Menschen kann Bangalore eine Lebensgrundlage bieten?
Man stelle sich vor, diese Art von Budget würde in ländliche Gebiete investiert – in Kleinindustrie, sanitäre Einrichtungen, Gesundheitsversorgung, Bildungsinfrastruktur, Versicherungen usw. Dies würde nicht nur die ländlichen Gebiete entwickeln, sondern auch...
Lalbagh ist eine weitläufige „grüne Lunge“ von etwa 250 Hektar mitten in der Stadt, mit Tausenden von Bäumen, Gewässern, blühenden und fruchttragenden Baumarten sowie Schmetterlingen, Vögeln, Affen, Schakalen und einer Vielzahl von Reptilien. Zudem gibt es dort Schlankloris, gefährdete Vogelarten, Wasservögel sowie Insekten wie bedrohte Spinnenarten und Schlangen; all dies qualifiziert Lalbagh als Stadtwald, der zu Recht durch das Parkschutzgesetz (Park Preservation Act) geschützt ist. Sein Schutzstatus darf unter keinen Umständen aufgehoben werden. Ich habe im Lalbagh sogar persönlich eine Python gesehen, die sich vor Menschen zurückzog. Lalbagh ist ein Paradies für Vogelbeobachter. Sollte die Regierung den Baumbestand dezimieren, würden die Wildtiere – darunter Schlangen, Schlankloris, Schakale usw. – außerhalb des Parks landen; dies würde buchstäblich über Nacht zu Konflikten zwischen Mensch und Wildtier führen.
Lalbagh ist nicht nur ein Park, sondern ein botanischer Garten. Er beherbergt biologische Exemplare aus weit entfernten Regionen wie Madagaskar, Hawaii, Kolumbien, Peru, Brasilien, Indonesien und Französisch-Polynesien. Gartenbauexperten betonen stolz, dass dieser botanische Garten Pflanzenexemplare aus allen Teilen der Welt vereint. Diese Exemplare wurden legal eingeführt, gestützt auf Ausnahmegenehmigungen im Rahmen von CITES, CBD und anderen Zollvorschriften. Somit können sie nicht als invasive Arten eingestuft werden. Die exotischen Pflanzen wurden von spezialisierten Gärtnern gepflegt. Diese Exemplare dürfen unter keinen Umständen vernichtet werden, ganz gleich, welche Zweckmäßigkeit dies vermeintlich rechtfertigen mag.
Im Jahr 1999 wurde ein kleiner See am Südeingang von Lalbagh (dem sogenannten Siddapura-Tor) mit Erde zugeschüttet, in der Absicht, den Schutzstatus dieses Parkbereichs aufzuheben. Gegen diesen Versuch, den Park durch die Aufhebung des Schutzstatus zu verkleinern und die Begrenzungsmauer neu zu errichten, wurde entschlossen Widerstand geleistet, sodass der Park erhalten blieb. Das grüne Erbe von Lalbagh für Autos zu opfern, die in einem Jahrzehnt auf dem Schrottplatz landen werden, ist ein unfassbares Umweltverbrechen.
Die Zerstörung von Lalbagh kommt einem Umweltverbrechen gleich.
Verpassen Sie nicht diese Filme, die ich in Lalbagh gedreht habe!
https://www.youtube.com/watch?v=LO_-FTH4VUE
https://www.youtube.com/watch?v=IkmKuwI1Oso
https://www.youtube.com/watch?v=vg1m-aUhCLI
Links:
Mehr dazu unter: https://www.oneindia.com/bengaluru/bengaluru-tunnel-project-beneath-the-garden-city-engineers-build-hope-for-a-freer-flow-above-7899481.html









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