Gedanken zur Wochenmitte 27, 10.06.26
Die entscheidende Bedeutung von Regenwasserkanälen. Sie dienen als Einzugsgebiet für Seen und Gewässer.
Von Malini Shankar
Die Verstopfung von Regenwasserkanälen (Storm Water Drains – SWDs) stellt ein sehr ernstes Problem dar. Sie setzen sich mit Trockenabfall und Unrat zu, der eigentlich in Mülleimer gehört. Die Reinigung dieser Kanäle, in denen sich bereits Regenwasser angesammelt hat, ist daher weitaus kostspieliger, da erneut Ressourcen und Arbeitskräfte eingesetzt werden müssen. Zweitens verunreinigen die im Trockenabfall enthaltenen Giftstoffe das gesammelte Regenwasser. Das in den Kanälen gesammelte Regenwasser speist die Seen. Die Seen entwässern in den nächstgelegenen Fluss. Diese Flüsse münden in größere Ströme, aus denen unser Trinkwasser gewonnen wird. Wer Regenwasserkanäle verschmutzt, verunreinigt unwissentlich die eigene Wasserversorgung – und vergiftet damit Millionen anderer Bürger, die ebenfalls Steuern zahlen. Drittens gefährden ignorante Bürger und korrupte Politiker gemeinsam die Sicherheit der Regenwasserkanäle, indem sie Abwässer und Fäkalien dort einleiten.
Für die meisten Menschen sind Regenwasserkanäle bloße Schmutzgruben, in die sie bedenkenlos ihren Trockenabfall werfen; sogar Abwasserrohre aus Sanitäranlagen werden dort hineingeleitet. Dies spiegelt eine patriarchale Mentalität wider: Wer rücksichtslos Müll in die Kanäle wirft, erwartet, dass sich irgendjemand oder irgendwie um die Beseitigung des Unrats kümmert. Dabei verkennen diese Menschen, dass Regenwasserkanäle technisch so konzipiert sind, dass sie Regenwasser in Seen leiten. Sie bilden ein Netz von Einzugsgebieten für städtische Seen und Wasserreservoirs.
Staatliche Steuereinnahmen – das, was Sie und ich an Steuern zahlen – dienen der Schaffung einer Infrastruktur, die dem Wohlergehen und Funktionieren der Gemeinschaft bzw. Gesellschaft zugutekommen soll. Steuermittel werden beispielsweise für die Abfallsammlung, den Transport, die Aufbereitung, die Wiederverwertung (wo zulässig) und die Entsorgung nach wissenschaftlichen Standards verwendet. Steuereinnahmen sind nicht dazu gedacht, Ressourcen dort erneut einzusetzen, wo Bürger ihrer Pflicht nicht nachkommen. Nichts verdeutlicht diese eklatante Rücksichtslosigkeit besser als der Missbrauch von Systemen – sei es bei der Wasserversorgung, bei der Missachtung der Mülltrennung (Trocken- und Nassabfall) oder beim rücksichtslosen Einleiten von Fäkalien in Regenwasserkanäle.
Selbst wenn die Regierung Kläranlagen an den Zuläufen zu den Seen installiert, sind diese für die Beseitigung von Industrieschlamm oder versehentlich eingetragenen Schadstoffen ausgelegt, nicht für Fäkalien und Sanitärabfälle. Das bedeutet, dass diejenigen, die vorsätzlich Abwasser in Regenwasserkanäle (SWDs) leiten, den anderen Steuerzahlern für dieses Fehlverhalten Rechenschaft schulden. Zudem sind diejenigen, die sich des Einleitens von Abwasser in diese Kanäle schuldig machen, verpflichtet, die Seen und deren Zuflüsse – eben jene Regenwasserkanäle – zu reinigen. Die Argumentation hierfür lautet wie folgt:
Die Behörden haben eine Abwasserinfrastruktur geschaffen. Es ist Ihre Pflicht, alle erforderlichen Unterlagen vorzulegen, um Zugang zu dieser offiziellen Infrastruktur zu erhalten und sie zu nutzen. Zudem liegt es in Ihrer Verantwortung sicherzustellen, dass Abwässer tatsächlich in dieses dafür vorgesehene System geleitet werden. Wer nicht über die Unterlagen für einen legalen Abwasseranschluss verfügt, handelt schlichtweg rechtswidrig. Wer den lokalen Kommunalpolitiker oder Abgeordneten besticht, um häusliches Abwasser in den Regenwasserkanal – und damit in die Quelle unseres Trinkwassers – leiten zu dürfen, macht sich schlichtweg kriminell. Nein, nicht der Politiker oder der korrupte Beamte trägt die Schuld; sie sind nicht die eigentlichen Kriminellen. Der Kriminelle ist derjenige, der besticht, denn er will sein Vorhaben umsetzen, ohne die erforderlichen Unterlagen ordnungsgemäß einzureichen. Ausreden wie „Ich habe keine Unterlagen“, „Ich zahle Schmiergeld“ oder „Ich wohne in einer illegalen Siedlung“ bedeuten letztlich nur, dass man sich an der Korruption beteiligt und dabei womöglich noch korrupter handelt als diejenigen, denen man selbst Korruption vorwirft.
Ebenso schuldig macht sich der rücksichtslose Bürger, der Zigarettenstummel, Bankbelege, Papierabfälle oder sonstigen Müll auf Straßen und Gehwege wirft. Kaffeebecher und Einwegplastikmüll verstopfen die Regenwasserkanäle. Wer soll beseitigen, was Sie so achtlos wegwerfen? Zwar kehren Straßenreiniger (Pourakarmikas) die Straßen mit einfachen Besen und setzen sich dabei der Gefahr von Verletzungen an den Unterarmen aus, doch Ihre Rücksichtslosigkeit beim Entsorgen von Müll auf der Straße wird nicht durch Steuergelder abgedeckt. Sie kommen auch nicht für deren Unfallversicherung auf. Wer Müll auf die Straße wirft oder es versäumt, Abfälle zu trennen und so das Müllaufkommen zu reduzieren, begeht eine Straftat.
Mir ist bewusst, dass solch scharfe Worte kaum etwas bewirken werden. Die bittere Konsequenz ist: Erst wenn ein Familienmitglied eines solchen Täters unter den Folgen der Trinkwasserverschmutzung leidet, wird man sich der eigenen Fehler hoffentlich bewusst. Bis dahin müssen die Mitmenschen unter diesen Personen und ihren Verfehlungen gegen die öffentliche Sicherheit leiden. Im Sinne eines konstruktiven Ansatzes könnten die Verantwortlichen für Smart Cities jedoch auch unkonventionelle Lösungen in Erwägung ziehen – etwa die Schaffung von Rückhaltebecken, die ausschließlich über Regenwasserkanäle gespeist werden, oder eine spezielle Infrastruktur zur Regenwassernutzung, um Niederschlagswasser zu sammeln und bedarfsgerecht zu verteilen.

Comments
Post a Comment