Gedanken zur Wochenmitte 25 – 27.05.26
Infrastruktur der tierärztlichen Versorgung in der Stadt
Von Malini Shankar
In meinem heutigen Blogbeitrag geht es um ein Thema, das uns alle direkt anblickt: die tierärztliche Versorgung in Indien – oder vielmehr deren Fehlen. Staatliche Tierkliniken und -krankenhäuser sind zahlreich über die ländlichen Gebiete verteilt. Diese Einrichtungen sind zweifellos hilfreich für Nutztiere, Viehzüchter und die Veterinärmedizin im Allgemeinen. Doch werfen wir einen Blick auf das städtische Umfeld – dort, wo Haustiere unser Leben bestimmen. Tatsächlich sind in unserem Haus in Bangalore die Hunde und Katzen die wahren Hausherren; sie regieren unser Leben, während wir – die „Haustiereltern“ – ihre Sklaven sind: völlig vernarrt in sie, sie bis zur Besinnungslosigkeit liebend und sie so lange streichelnd, bis sie unsere Zuneigung zurückweisen und uns auf „Pfotenlänge“ Abstand halten.
Ich stehe völlig ratlos da, wenn ich versuche, einen Tierarzt für einen Hausbesuch zu finden. Obwohl es viele junge, englischsprachige und WhatsApp-affine Tierärzte gibt, fällt es ihnen schwer, vorbeizukommen, um ein Haustier zu behandeln, das notfallmäßige Hilfe benötigt – und zwar nur deshalb, weil die Tierärzte es offenbar nicht ertragen können, mich in einem emotionalen und ängstlichen Zustand zu sehen. Das andere Extrem sind jene, die so gleichgültig oder geldgierig sind, dass das Wort „Notfall“ für sie – so fürchte ich – lediglich finanzielle Konnotationen hat, jedoch keinerlei Bedeutung im Sinne beruflicher Verpflichtung. Sie nehmen keine Anrufe entgegen, lesen keine Nachrichten und antworten selbst auf verzweifelte Hilferufe in dringenden Notfällen nicht.
Ich habe innerhalb von nur vier Tagen zwei heranwachsende Katzen verloren – weniger, weil sie schwer erkrankt waren, sondern vielmehr aufgrund der schieren Nachlässigkeit oder Gleichgültigkeit des Tierarztes, der ihre Behandlung begonnen hatte. Man stelle sich vor: Er reagierte auf 23 Anrufe nicht. Zudem fehlte ihm die Sensibilität und das Verantwortungsbewusstsein, mich an jemanden anderen aus seinem beruflichen Netzwerk oder Kollegenkreis zu verweisen. Meine Katze erlitt einen Schlaganfall mit Lähmungserscheinungen und einer Kieferklemme; ich konnte ihm diese Symptome nicht übermitteln – oder er ignorierte schlichtweg meine verzweifelten Nachrichten.
Es ist eine Sache, sich emotional abzuschotten, wenn man miterleben muss, wie ein Tier stirbt; doch eine derart gefühllose Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden eines Tieres steht im völligen Widerspruch zum eigentlichen Sinn und Zweck der beruflichen Qualifikation sowie des tierärztlichen Eides.
Bangalore kann sich sogar mit ein oder zwei gemeinnützigen Tierkliniken rühmen... Doch letztlich vergehen in der Regel mindestens sieben bis acht Stunden, bis dort überhaupt jemand vor Ort eintrifft. Vor einem Monat musste ich einen verletzten Sittich aus unserem Garten retten; doch bis der Tiertransportwagen eintraf, war das Tier bereits seinen Verletzungen erlegen. Gerade um mich – und uns alle – vor solch monströsen Opportunisten in diesem Berufsstand zu schützen, benötigen wir eine angemessene Infrastruktur für die tierärztliche Versorgung. Es muss einen Plan B geben. Zwar existieren mittlerweile tierärztliche Start-ups, die rund um die Uhr tierärztliche Hausbesuche anbieten und damit werben; doch sind diese schlichtweg unverschämt teuer. Es wäre durchaus angemessen, wenn sie eine Konsultationsgebühr, einen Transportzuschlag, die Kosten für Medikamente sowie die eigentlichen Notfallbehandlungskosten in Rechnung stellten – doch mehr als 10.000 Rupien für einen einstündigen Hausbesuch zu verlangen, ist schlichtweg skandalös. Dies zeugt einmal mehr von einem völligen Mangel an Berufsethos und der Verpflichtung, jenen Tieren zu dienen, für deren Versorgung sie sich eigentlich qualifiziert haben. Bei einer Gelegenheit wurde meine Hauskatze von Straßenhunden angegriffen; doch da es Sonntag war, machte sich kein einziger Tierarzt die Mühe, auf meine Anrufe zu reagieren. Sie können sich sicher vorstellen, welch enorme Herausforderung es darstellte, die verletzte Katze mit dem Auto in das nächstgelegene, privat geführte und effizient arbeitende gemeinnützige Tierkrankenhaus zu bringen. Dort leisteten die diensthabenden Ärzte der Katze am späten Sonntagabend Erste Hilfe und wiesen uns an, sie am nächsten Morgen für eine Operation und weiterführende fachärztliche Versorgung erneut vorzustellen. Die trächtige Katze wurde behandelt, operiert, kastriert, geimpft und schließlich entlassen. Sie erholte sich im Laufe einiger Monate auf bemerkenswerte Weise und ist heute wieder wohlauf.
Haustiere empfinden neue Umgebungen oft als traumatisierend – selbst dann, wenn sie eigentlich gesund sind. Sind sie jedoch erkrankt, vervierfacht sich ihr Stresspegel. Tierärztliche Hausbesuche sind daher das Gebot der Stunde. In solchen Situationen benötigen Haustiere die emotionale Geborgenheit ihres eigenen Zuhauses und die Nähe ihrer Bezugspersonen. Folglich muss eine Infrastruktur für tierärztliche Hausbesuche auf gemeinnütziger Basis und mit vielfältigen Optionen bereitgestellt werden. Ein Großteil der hierfür erforderlichen Ressourcen ist in Bangalore bereits vorhanden – es fehlt lediglich am Engagement der Tierärzte selbst.
Wir benötigen spezielle Rettungsdienste für die tierärztliche Versorgung – sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten. Zudem müssen in vielen Wohnvierteln der Vorstädte sowie in den Innenstädten (CBDs) entsprechende Tierkliniken eingerichtet werden. Es bedarf eigener Notrufnummern für tierärztliche Notfälle.
Um die Denkweise solch gedankenloser Tierärzte zu ändern, ist die Aufmerksamkeit der Medien erforderlich – damit diese öffentlich zur Rechenschaft gezogen und scharf gerügt werden.
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