Gedanken zur Wochenmitte 17, 01.04.2026 (German)

Lieferketten für urbane Landschaften

Die Infrastruktur der Lieferkette muss Autobahnen, weitere Schienen- und Straßennetze, Lagerkapazitäten, ein robustes Personalwesen sowie eine präzise Vernetzung von Angebots- und Nachfragezentren umfassen; all diese Elemente sind für eine nachhaltige Entwicklung und die Schaffung von Ausweichoptionen unerlässlich, um unvorhergesehene Ereignisse – wie etwa im aktuellen Kriegsgebiet – bewältigen zu können.

Von Malini Shankar


Digital Discourse Foundation

Lieferketten – sie reichen von der Versorgung mit Lebensmitteln bis hin zu Medikamenten, von Kleidung bis zu Möbeln, von Besteck bis zu Kochgeschirr, von Düngemitteln bis zur Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die logistische Infrastruktur für die Versorgung mit unseren alltäglichen Bedarfsartikeln wird unter dem Begriff „Lieferkette“ zusammengefasst – ein Konzept, das seit dem COVID-19-Lockdown und der damit verbundenen Notstandssituation von entscheidender Bedeutung geworden ist.

Nun hat der unnötige Krieg mit dem Iran diese Lieferketten – oder vielmehr die „Räder“ jener Wirtschaftszweige – zum Stillstand gebracht, die von Treibstofflieferungen aus dem Iran und Westasien abhängig sind. Infolgedessen waren zahlreiche Waren schlagartig aus den Regalen verschwunden. Die Engpässe bei der Treibstoffversorgung haben sich unmittelbar auf die Lebensmittelversorgung ausgewirkt. Säuglingsnahrung, verarbeitete Lebensmittel, städtische Gastronomiebetriebe sowie nicht-heimische Obst- und Gemüsesorten – sie alle sind auf funktionierende Lieferketten angewiesen. Der Iran-Krieg hat die Verfügbarkeit zahlreicher Güter des täglichen Bedarfs – aber auch von Luxusgütern – beeinträchtigt; dazu zählen etwa laktosefreie Milch, Kokosmilch und diverse pflanzliche Milchalternativen wie Hirse-Milch. Selbst Hirse – ein eher unpopuläres Grundnahrungsmittel, das in trockenen, ariden Klimazonen fernab der städtischen Agrarmärkte angebaut wird – verzeichnet derzeit Lieferverzögerungen. Verderbliche Waren wie frisches Obst, Fisch, Milch und Milchprodukte sind in kritischem Maße von der Treibstoffversorgung abhängig. Die Tatsache, dass unsere Treibstoffversorgung und Energieinfrastruktur nun durch einen Krieg beeinträchtigt sind – einen Krieg, den wir nicht zu verantworten haben –, hält eine wichtige Lektion für uns bereit: Wir benötigen für sämtliche Wirtschaftszweige sowie für die Katastrophenvorsorge und öffentliche Verwaltung einen Plan B, Plan C und Plan D. Diese entscheidende Lehre für die staatliche Politikgestaltung wurde von Forschenden, Praktikern und Medien – trotz der einschneidenden Erfahrungen während der Pandemie – bislang kaum beachtet.

Die wichtigste Erkenntnis, die von Gesetzgebern und politischen Entscheidungsträgern bislang übersehen wurde, lautet: Man darf sich niemals auf eine einzige Institution oder Quelle allein verlassen. Die Tatsache, dass Indiens Energieversorgung fast vollständig von Importen aus Westasien abhängt, birgt an sich schon das Potenzial für eine Katastrophe. Eine Blockade der Straße von Hormuz – ein Szenario, das noch vor wenigen Wochen als durchaus realistisch galt – hätte nicht nur die Treibstoffversorgung Indiens, sondern die gesamte Ernährungssicherheit des Landes massiv gefährdet. Im direkten Vergleich dazu lässt sich heute prognostizieren, dass Chinas „Neue Seidenstraße“ (Belt and Road Initiative) tatsächlich eine weitsichtige Strategie darstellte.

Es geht dabei nicht allein um die Treibstoffversorgung: Wir benötigen alternative Bezugsquellen für Lebensmittel, Wasser und Energie; wir brauchen alternative Konzepte zur Sicherung der Lebensgrundlagen sowie eine alternative Infrastruktur im Gesundheitswesen. Auch in der öffentlichen Verwaltung sind Anpassungen erforderlich – insbesondere hinsichtlich der Befehlsketten und der „Standard Operating Procedures“ (standardisierten Arbeitsabläufe). All diese Maßnahmen müssen inklusiv gestaltet sein und dabei gezielt auf die Bedürfnisse besonders schutzbedürftiger und gebrechlicher Menschen sowie stillender Mütter eingehen. Auch die tierärztliche Versorgung sollte in die Überlegungen einbezogen werden.

Der Krieg im Iran hält den politischen Entscheidungsträgern heute einen Spiegel vor, da sie nicht ausreichend in alternative Energiequellen investiert haben – wie etwa Sonnen-, Wind- und Gezeitenenergie. Dies ist ein zentraler Schwerpunkt der #SDGs. Wenn die städtische Verwaltung im Einklang mit den SDGs steht, werden die Früchte der Entwicklung jene positive „Trickle-down“-Wirkung entfalten, die jedem Steuerzahler und jedem Bürger – unabhängig von Land, Region, Hoheitsgebiet oder Staat – zugutekommt. Ohne diese Voraussetzung, so wage ich zu behaupten, taugt der „Entwicklungsfaktor“ lediglich als Stoff für große Wahlkampfhysterie und politische Rhetorik!

Doch wie können wir die politischen Entscheidungsträger und gewählten Volksvertreter aufklären? Bitte hinterlassen Sie Ihre Kommentare zu dieser letzten Frage im untenstehenden Kommentarbereich.

Comments

Popular posts from this blog

Gedanken zur Wochenmitte 16, 25.03.26 (German)

Wochenmitte-Gedanken 13, 4.03.2026