So sehr einige von uns auch vom „einfachen Leben“ im Sinne des gandhischen Denkens fasziniert sind und darauf schwören: Die Technologie ist heute so tief und untrennbar mit unserem Alltag verwoben, dass wir nicht mehr auf ihre Unterstützung verzichten können, um unser Leben zu gestalten und zu verbessern.
Die gegenwärtige Weltwirtschaftsordnung beruht zu einem großen Teil auf der Effizienz der Technologie – so stark ist unsere heutige Abhängigkeit von ihr. Mittlerweile stützt sich die Infrastruktur derart auf Technologie, dass wir kaum noch zwischen Infrastruktur und Technologie selbst unterscheiden können.
Für isolierte Inselgemeinschaften ist Breitbandinternet von zentraler Bedeutung. Doch auch für die Menschen auf dem Festland reicht das Spektrum der Anwendungen weit: Rettungswagen und Such- und Rettungsfahrzeuge, der städtische Nahverkehr, die Luftfahrt, Wettervorhersagen, Verkehrsanalysen für die Mikro- und Makroplanung, logistische Infrastrukturen, KI-gestützte Polizeianwendungen (wobei KI ohnehin in alle Bereiche des menschlichen Lebens vordringt, nicht nur in die Polizeiarbeit), Agrartechnologie, Klimatisierung, Frühwarnsysteme … von der Fernbedienung für den Fernseher bis hin zu automatischen Toranlagen, vom biometrischen Datenschutz bis hin zu unzähligen weiteren Beispielen – die Liste der technologischen Anwendungen in unserem Leben scheint wahrlich endlos. Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) wird in einem gesonderten Blogbeitrag behandelt werden.
„Seit 2015 wurden beachtliche Fortschritte beim Ausbau der Infrastruktur, der Förderung des industriellen Wachstums und der Ankurbelung von Innovationen erzielt. Dennoch bestehen weiterhin gravierende regionale Ungleichheiten, und viele Entwicklungsländer sehen sich nach wie vor systemischen Hürden auf dem Weg zu einer inklusiven und nachhaltigen Industrialisierung gegenüber. Um das Ziel 9 voranzutreiben, müssen die Länder ihre Investitionen in widerstandsfähige Infrastrukturen sowie in Forschung und Entwicklung steigern, den Zugang zu Finanzmitteln für kleine Produktionsbetriebe erleichtern und die digitale Kluft überwinden – indem sie dem Ausbau erschwinglicher Breitbandverbindungen und der Etablierung von Innovationssystemen in den weltweit am stärksten unterversorgten Regionen Vorrang einräumen. Die Vereinten Nationen fördern die digitale Inklusion durch Initiativen wie die ‚Technologiebank für die am wenigsten entwickelten Länder‘ und den ‚Global Digital Compact‘; letzterer zielt darauf ab, Konnektivitätslücken zu schließen, den Zugang zu Innovationen zu erweitern und sicherzustellen, dass die digitale Transformation allen zugutekommt“, heißt es im Fortschrittsbericht zu Ziel 9 der Nachhaltigkeitsziele (SDGs).
Die Herausforderung für Verwaltungsbehörden und die „Smart City Governance“ besteht nun darin, diese Entwicklungen klimagerecht und klimafreundlich zu gestalten. Dem SDG-Bericht für das Jahr 2025 zufolge haben lediglich 51 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zur 5G-Technologie für die Nutzung von Smartphones. Davon entfallen wiederum 84 Prozent auf die entwickelten westlichen Volkswirtschaften. Im Jahr 2024 erreichte 5G 51 Prozent der Weltbevölkerung, wobei die Abdeckung in Ländern mit hohem Einkommen bei 84 Prozent und in Ländern mit niedrigem Einkommen bei 4 Prozent lag. 4G erreichte weltweit 92 Prozent. Dennoch haben 15 Prozent der Menschen in den am wenigsten entwickelten Ländern und 14 Prozent in Binnenentwicklungsländern keinen Zugang zu mobilem Breitband.
Bei Technologie dreht sich nicht alles nur um das Smartphone – wenngleich die meisten technologischen Anwendungen heute über Smartphones zugänglich sind. Zu den Technologien der „Old Economy“ zählen beispielsweise Satellitenbilder für die Wettervorhersage, Robotik für fortschrittliche oder ferngesteuerte chirurgische Eingriffe (am menschlichen Körper!), Emissionskontrollsysteme für Automobile, Lösungen zur Verbesserung der Mobilität, digitale Fotografie und Videografie, digitalisierte Nachrichtenredaktionen, die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung durch technologische Innovationen, medizinische Interventionen (man stelle sich KI in der Pharmakologie vor – sie könnte beispielsweise die Menge an Insulineinheiten anpassen, die sich ein Diabetiker spritzen muss), Verkehrsmanagement, Frühwarnsysteme für Extremwetterlagen und Naturkatastrophen und vieles mehr.
Lehm- und Flechtwerkbauweise bzw. Lehmhäuser sind einfach toll und klimafreundlich.
Klimaanlagen ließen sich beispielsweise vollständig überflüssig machen – ja, selbst in den Tropen –, wenn wir uns an die Prinzipien traditioneller Weisheit hielten: Bauweisen ohne Zement, großzügige Querlüftung sowie die Nutzung von natürlichem Licht und natürlicher Belüftung. Allein durch die Anwendung traditioneller agrometeorologischer Architekturprinzipien und durch Gartenbau im Mikromaßstab ließe sich auf Klimaanlagen gänzlich verzichten. Doch die modernen Industriekapitäne werden darauf beharren, dass für das Stadtbild zwanzigstöckige Hochhäuser unverzichtbar seien. Nein. Hauptverantwortlich für das nicht nachhaltige urbane Wachstum – sprich: für mehrstöckige Gebäude, die zwingend eine Klimatisierung erfordern – ist in erster Linie die Migration. Wie wäre es stattdessen mit bescheideneren Wohnstrukturen, die Raum für die heimische Flora und Fauna bieten und so gemeinsam für ein natürlich kühles Umfeld sorgen?
Nicht nur der zementfreie Bau, sondern auch andere traditionelle Architekturprinzipien – wie Lehmhäuser, die Stampflehmbauweise, die Fachwerklehmbauweise (Wattle-and-Daub) oder die Verwendung direkt vor Ort gefertigter Lehmziegel – reduzieren den Zementverbrauch sowie die Transportkosten drastisch.
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